Anton und Alma
Roman von Dana Vowinckel
Zwei Berliner Studenten, die sich als Austauschschüler in der Bretagne begegnet sind, verlieben sich Jahre später ineinander – er Jude aus einer Akademikerfamilie, sie aus einer schwierigen Familie vom östlichen Stadtrand –, und ihre Liebe muss sich an deutscher Geschichte und Gegenwart bewähren.
- 542 Seiten
- Tempo: ausgewogen
- Anspruch: anspruchsvoll
Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783518432976).
Leserinnen und Leser großer Gegenwarts-Liebesromane mit Gesellschaftsthemen (Sally Rooney, Siri Hustvedt), Fans von Dialogwitz und Berlin-Romanen; Buchpreis-Leser.
Personale Erzählung im Präteritum, kurze nummerierte Kapitel, die laut FAZ stets zwischen Antons und Almas Sicht wechseln („Immer erst Anton, dann Alma“). Lange, atemlose Satzketten neben schnellen, witzigen Dialogen mit Anglizismen („crazy“), viele Berliner Orts- und Popkulturdetails; offen im Umgang mit Sexualität. Ton zugleich komisch und melancholisch.
Kurzprofil
- Ähnliche Bücher: Sally Rooney, „Normale Menschen“ (Liebe über Jahre, soziale Unterschiede, wechselnde Perspektiven); Shida Bazyar, „Die Lücken“ (
die-luecken, ebenfalls Shortlist Deutscher Buchpreis 2026, Berliner Gegenwartsroman). Deutschlandfunk-Rezensentin Maike Albath zieht Vergleiche zu Hustvedt und Franzen. - Wissenswert: Shortlist Deutscher Buchpreis 2026 (Verlag, DNB); Volker Weidermann nannte den Roman in der Zeit „sensationell“ (20.08.2026, laut Perlentaucher).
Worum es geht
- Prolog: Beim Schüleraustausch in der Bretagne verliebt sich die einsame Alma in Anton, der sie kaum beachtet und plötzlich verschwindet. Jahre später treffen sich beide auf einer Fachschaftsparty an der Uni wieder: Anton studiert im Master amerikanische Geschichte, Alma schreibt ihre Bachelorarbeit über Müll in der Literatur. Beide wohnen in Neukölln.
- Laut Verlag verlieben sie sich, ziehen zusammen, streiten und versöhnen sich; Rezensionen nennen als Themen jüdische Identität, Almas Familiengeschichte mit möglichen NS-Tätern, ihre Überlegung zu konvertieren sowie die Reaktionen auf den Anschlag von Halle und den 7. Oktober 2023.
Auszeichnungen & Listen
- Deutscher Buchpreis 2026: Shortlist (Verlagsseite und DNB-Titelangabe, 2026-10-14). Den Preis erhielt am 05.10.2026 „Die Lücken“ von Shida Bazyar (deutscher-buchpreis.de/, abgerufen 2026-10-14).
Reihe & Ausgaben
- Einzelband. Verwandter Eintrag:
die-luecken(Buchpreis-Gewinnerin 2026).
Stimmen aus Rezensionen
- Quelle: Perlentaucher-Übersicht mit neun Notizen (perlentaucher.de), Tenor überwiegend sehr positiv.
- Deutschlandfunk Kultur (Katharina Herrmann, 11.09.2026): Liebesgeschichte und Gesellschaftsroman „mit theoretischer Reflexionstiefe“, erzählt mit Witz, Rhythmus und Leichtigkeit, ohne die Debatten über jüdische Identität und Erinnerungskultur zu vereinfachen.
- FAZ (Eva Goldbach, 02.09.2026): insgesamt positiv, starke Bilder für die Gefühlslagen; Kritik: das soziale Umfeld der Figuren komme etwas zu kurz.
- Die Welt (Marlen Hobrack, 04.10.2026) und taz (Jan Süselbeck, 02.10.2026): anspruchsvoll und berührend; Kritik: Almas ostdeutsche Familie teils klischeehaft (Welt), die Schlusswendung wirke womöglich wie ein Zugeständnis an die Rührung (taz).
Inhaltshinweise
- Laut Rezensionen: Antisemitismus, Anschlag von Halle, 7. Oktober 2023 und Gaza-Krieg, NS-Täterschaft in der Familie; Rezensionen deuten ein belastendes Ende an. Leseprobe: Suizidgedanken (jugendliche Übertreibung), überstandene Magersucht einer Nebenfigur, Bericht über häusliche Gewalt, explizite sexuelle Gedanken (2026-10-14).




