Der Besuch der alten Dame
Eine tragische Komödie von Friedrich Dürrenmatt
Eine Milliardärin kehrt in ihr bankrottes Heimatstädtchen zurück und macht den Bürgern ein Angebot, das ihre Moral auf den Preis prüft.
- 160 Seiten
- Tempo: ausgewogen
- Anspruch: mittel
Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783257230451).
Für wen?
Schüler mit Pflichtlektüre und alle, die bitterböse Satiren über Geld, Schuld und Gemeinschaft mögen; als Drama schnell gelesen.
Wie liest es sich?
Dialogtext mit ausführlichen Regieanweisungen; kurze, schlagfertige Repliken, Chor-Effekte („Der Erste“, „Der Zweite“ …) und groteske Komik, die zunehmend ins Unheimliche kippt. Mittlerer Anspruch durch die Dramenform und die Ironie.
Kurzprofil
- Ähnliche Bücher: Dürrenmatts „Die Physiker“ (ebenfalls groteske Komödie mit moralischem Kern, siehe
die-physiker); Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter“ (Schweizer Parabelstück über Mitläufertum). - Wissenswert: Bei der Uraufführung 1956 bemängelten Schweizer Zeitungen, es fehle „das Positive“; Pro Helvetia verweigerte laut swissinfo (28.01.2006) Geld für ein Gastspiel in Paris. Verfilmt 1964 von Bernhard Wicki mit Ingrid Bergman und Anthony Quinn (swissinfo, 28.01.2006).
Worum es geht
- Güllen ist ruiniert: Fabriken geschlossen, Schnellzüge halten nicht mehr, die Bürger leben von der Unterstützung. Alle Hoffnung ruht auf Claire Zachanassian, die als Klara Wäscher hier aufwuchs und inzwischen Multimillionärin ist.
- Der Krämer Alfred Ill, einst mit Klara befreundet, soll sie beim Besuch für eine Spende gewinnen. Sie bringt ein seltsames Gefolge mit – und laut Verlag ein Angebot, das mit einer alten Schuld zu tun hat und das die Güllener zunächst empört ablehnen.
- Zentrale Frage: Was ist eine Gemeinschaft bereit zu tun, wenn genug Geld im Spiel ist?
Auszeichnungen & Listen
- Keine Preise für das Werk gefunden (2026-10-14). Verfilmung 1964 (Bernhard Wicki), Oper von Gottfried von Einem 1971 (Wiener Staatsoper), Film „Hyènes“ 1992 (alle laut swissinfo, 28.01.2006).
Reihe & Ausgaben
- Kein Reihenbezug. Neben der Neufassung 1980 (Werkausgabe) existieren ältere Bühnenfassungen; laut Dürrenmatts Anmerkung gibt die Werkausgabe die „literarisch gültige“ statt der gestrichenen Theaterfassung wieder.
Stimmen aus Rezensionen
- swissinfo (28.01.2006, swissinfo.ch): zählt das Stück zu den erfolgreichsten Bühnenwerken des 20. Jahrhunderts; Kernbotschaft: Für Geld ist der Mensch zu allem fähig. Kritik damals: zu böse, „es fehle das Positive“.
- Diogenes-Pressestimmen: „Einer der beliebtesten Bühnenstoffe des Welttheaters“ (Christina Gubler, SonntagsZeitung); „ein moderner Mythos“ (Michel Contat, Le Monde).
- l-iz.de (Ankündigung Schauspiel Leipzig, 10.10.2020, l-iz.de): nennt es das weltweit populärste Stück des Autors, eine „bitterböse Komödie“.
Inhaltshinweise
- Laut Verlag: Rache, Todesforderung; in der Leseprobe antisemitische und verschwörungsideologische Sprüche einzelner Bürger (als Figurenrede). Sonst keine genannt (2026-10-14).
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