Die Instrumente des Herrn Jørgensen
Roman von Georg Jonathan Precht, Richard David Precht
Ein Kopenhagener Kriminalassistent wird 1985 für einen Sommer auf eine verschlafene dänische Ostseeinsel versetzt, auf der es seit 200 Jahren keinen Mord gegeben haben soll – und zweifelt daran, dass der eigenbrötlerische Schafbauer, der am Tag seiner Ankunft beerdigt wird, an einem Herzinfarkt starb.
- Tempo: gemächlich
- Anspruch: anspruchsvoll
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Leser literarischer Krimis mit Humor, Bildung und Atmosphäre, die kein hohes Tempo brauchen; Precht-Leser, die den Romanautor kennenlernen wollen.
Auktorialer Erzähler im Präteritum, ironisch, mit langen, bilderreichen Sätzen; viel Inselalltag, trockener Dialogwitz, Abschweifungen über Bibliotheken. Kurze, nach Tieren benannte Kapitel in drei Teilen, alte Rechtschreibung („daß“).
Kurzprofil
- Ähnliche Bücher: „Der Name der Rose“ (Umberto Eco) – ebenfalls ein Kriminalfall als Anlass für Gelehrsamkeit, Bibliotheken und Philosophie; „Die Kosmonauten“ (Precht, 2002) – Prechts zweiter Roman, ohne Krimihandlung; „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“ (Precht) – sein erzählendes Erinnerungsbuch.
- Wissenswert: Lange vor seinen Philosophie-Bestsellern schrieb Precht mit seinem Bruder einen Inselkrimi, dessen heutiger Titel laut Vorbemerkung schon 1999 vorgesehen war. Lilleø ist erfunden und trägt laut Wikipedia Züge von Ærø.
Worum es geht
- Mai 1985: Ansgar Jørgensen, 38, Kriminalassistent aus Kopenhagen, kommt über ein spöttisch kommentiertes Fortbildungsprogramm der Polizei für einige Monate auf die Insel Lilleø. Der Inselpolizist Malte Hansen, 63, holt ihn ab und nimmt ihn noch vor dem Frühstück zur Beerdigung des Schafbauern Hans Larsen mit.
- Larsen wurde tot im Kornfeld neben einem Hünengrab gefunden; der Arzt stellte Herzinfarkt fest, eine Obduktion gab es nicht. Ein Erbe ohne Testament und ein anonymer Anrufer, der von Mord spricht, machen Jørgensen neugierig.
- Im Polizeihaus entdeckt er die verstaubte Bibliothek eines früheren Polizeimeisters und soll zunächst das ungeordnete Archiv sortieren. Laut Verlag führt die Spur zu einer trockengelegten Meeresbucht, dem Noor, einem dort einst in Seenot geratenen Schiff, einem Sextanten und bis in die Zeit der Napoleonischen Kriege.
Reihe & Ausgaben
- Einzelband. 1999 als „Das Schiff im Noor“, 2009 leicht überarbeitet unter dem ursprünglich geplanten Titel (Vorbemerkung der Autoren), seit 2016 als E-Book. Kein Hörbuch gefunden (Amazon, 2026-10-28).
Stimmen aus Rezensionen
- Sächsische Zeitung (zitiert auf der Verlagsseite, ohne Datum): lobt ein langsames, melancholisches, kunstvoll verwobenes Buch voller genauer Beobachtungen, das trotzdem spannend sei.
- Der Spiegel (zitiert auf der Verlagsseite, ohne Datum): „Episch und lustvoll erzählt!“
- Wikipedia nennt ihn einen detektivischen Bildungsroman, der unter der Krimihandlung von der Ordnung der Dinge handle. Kritische Stimmen nicht gefunden.




