Die Physiker

Eine Komödie in zwei Akten von Friedrich Dürrenmatt

In einem Privatsanatorium hat ein Patient, der sich für Einstein hält, eine Krankenschwester getötet – und der Kriminalinspektor muss feststellen, dass hier nichts so verrückt ist, wie es scheint.

  • 96 Seiten
  • Tempo: ausgewogen
  • Anspruch: mittel

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Für wen?

Schüler mit Pflichtlektüre und Leser, die kurze, pointierte Stücke über Wissenschaft, Verantwortung und Macht mögen; in einem Abend gelesen.

Wie liest es sich?

Dramentext mit langer, ironisch-erzählender Regieanweisung zu Beginn, danach schnelle, trockene Dialoge voller schwarzem Humor (Inspektor gegen Oberschwester). Streng in einem Raum und einer Zeit gehalten; der Witz kippt immer wieder ins Bedrohliche.

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ (groteske Komödie mit moralischem Kern, siehe der-besuch-der-alten-dame); Brechts „Leben des Galilei“ (ebenfalls über die Verantwortung der Wissenschaft).
  • Wissenswert: Das Stück ist der Schauspielerin Therese Giehse gewidmet, die in Zürich 1962 die Irrenärztin spielte (Widmung in der Leseprobe; Freitag, 06.05.2005). Im Anhang stehen Dürrenmatts berühmte „21 Punkte zu den ›Physikern‹“ (Inhaltsverzeichnis der Leseprobe).

Worum es geht

  • Villa „Les Cerisiers“, ein Privatsanatorium unter der Leitung der berühmten Psychiaterin Mathilde von Zahnd. Drei Patienten sind Physiker: Einer hält sich für Newton, einer für Einstein, der dritte, Möbius, behauptet, König Salomo erscheine ihm.
  • Zum zweiten Mal binnen drei Monaten ist eine Krankenschwester erdrosselt worden; Inspektor Voß ermittelt und stößt auf die Logik der Anstalt.
  • Laut Verlag hat Möbius eine gefährliche Formel entdeckt und spielt den Irren, um sie zu entwerten – doch zwei Geheimagenten, ebenfalls als Wahnsinnige getarnt, sind ihm auf der Spur.
  • Zentrale Frage: Lässt sich gefährliches Wissen vor der Welt verbergen?

Reihe & Ausgaben

  • Kein Reihenbezug. Die Werkausgabe (Neufassung 1980) gibt laut Dürrenmatts Vorbemerkung die „literarisch gültige“ statt der gestrichenen Theaterfassung wieder.

Stimmen aus Rezensionen

  • The Times (Zitat auf der Verlagsseite): „eine groteske und bekümmerte Komödie, gespickt mit vielen Lachern“, die als Warnung wirken will.
  • Universität Göttingen, Leseliste Neuere deutsche Literatur (Begleittext von Laura Schuldt, ohne Datum, uni-goettingen.de): Klassiker der Nachkriegsliteratur; lobt die Verbindung von Komik, Spannung und ethischen Fragen sowie überraschende Wendungen. Kein Kritikpunkt.
  • Der Freitag (Ernst Schumacher, 06.05.2005, freitag.de, anlässlich einer Berliner Inszenierung): treibt die Abhängigkeit der Wissenschaft von der Gesellschaft ins Paradox; Kritik: Das Stück biete keinen Ausweg, Dürrenmatt kapituliere vor der Frage nach der Verantwortung.

Inhaltshinweise

  • Laut Leseprobe: Tötung von Krankenschwestern (nicht ausgespielt), psychiatrische Anstalt. Weitere keine genannt (2026-10-14).

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