Die Physiker
Eine Komödie in zwei Akten von Friedrich Dürrenmatt
In einem Privatsanatorium hat ein Patient, der sich für Einstein hält, eine Krankenschwester getötet – und der Kriminalinspektor muss feststellen, dass hier nichts so verrückt ist, wie es scheint.
- 96 Seiten
- Tempo: ausgewogen
- Anspruch: mittel
Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783257230475).
Schüler mit Pflichtlektüre und Leser, die kurze, pointierte Stücke über Wissenschaft, Verantwortung und Macht mögen; in einem Abend gelesen.
Dramentext mit langer, ironisch-erzählender Regieanweisung zu Beginn, danach schnelle, trockene Dialoge voller schwarzem Humor (Inspektor gegen Oberschwester). Streng in einem Raum und einer Zeit gehalten; der Witz kippt immer wieder ins Bedrohliche.
Kurzprofil
- Ähnliche Bücher: Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ (groteske Komödie mit moralischem Kern, siehe
der-besuch-der-alten-dame); Brechts „Leben des Galilei“ (ebenfalls über die Verantwortung der Wissenschaft). - Wissenswert: Das Stück ist der Schauspielerin Therese Giehse gewidmet, die in Zürich 1962 die Irrenärztin spielte (Widmung in der Leseprobe; Freitag, 06.05.2005). Im Anhang stehen Dürrenmatts berühmte „21 Punkte zu den ›Physikern‹“ (Inhaltsverzeichnis der Leseprobe).
Worum es geht
- Villa „Les Cerisiers“, ein Privatsanatorium unter der Leitung der berühmten Psychiaterin Mathilde von Zahnd. Drei Patienten sind Physiker: Einer hält sich für Newton, einer für Einstein, der dritte, Möbius, behauptet, König Salomo erscheine ihm.
- Zum zweiten Mal binnen drei Monaten ist eine Krankenschwester erdrosselt worden; Inspektor Voß ermittelt und stößt auf die Logik der Anstalt.
- Laut Verlag hat Möbius eine gefährliche Formel entdeckt und spielt den Irren, um sie zu entwerten – doch zwei Geheimagenten, ebenfalls als Wahnsinnige getarnt, sind ihm auf der Spur.
- Zentrale Frage: Lässt sich gefährliches Wissen vor der Welt verbergen?
Reihe & Ausgaben
- Kein Reihenbezug. Die Werkausgabe (Neufassung 1980) gibt laut Dürrenmatts Vorbemerkung die „literarisch gültige“ statt der gestrichenen Theaterfassung wieder.
Stimmen aus Rezensionen
- The Times (Zitat auf der Verlagsseite): „eine groteske und bekümmerte Komödie, gespickt mit vielen Lachern“, die als Warnung wirken will.
- Universität Göttingen, Leseliste Neuere deutsche Literatur (Begleittext von Laura Schuldt, ohne Datum, uni-goettingen.de): Klassiker der Nachkriegsliteratur; lobt die Verbindung von Komik, Spannung und ethischen Fragen sowie überraschende Wendungen. Kein Kritikpunkt.
- Der Freitag (Ernst Schumacher, 06.05.2005, freitag.de, anlässlich einer Berliner Inszenierung): treibt die Abhängigkeit der Wissenschaft von der Gesellschaft ins Paradox; Kritik: Das Stück biete keinen Ausweg, Dürrenmatt kapituliere vor der Frage nach der Verantwortung.
Inhaltshinweise
- Laut Leseprobe: Tötung von Krankenschwestern (nicht ausgespielt), psychiatrische Anstalt. Weitere keine genannt (2026-10-14).




