Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
Roman von Susanne Abel
Ein Findelkind ohne Namen und eine Kriegswaise lernen sich im katholischen Kinderheim der Nachkriegszeit kennen, halten ein Leben lang zusammen und schweigen über das Erlebte – bis ihre Urenkelin Jahrzehnte später Fragen stellt.
- 544 Seiten
- Tempo: ausgewogen
- Anspruch: leicht
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Leser von Familiensagas über mehrere Generationen und von Romanen über die deutsche Nachkriegszeit und ihre Spätfolgen.
Zwei Zeitebenen (Kapitel „EINS“ spielt 2006 in Köln, der Verlagsauszug führt ins Heim im Winter 1947); Präsens, personale Erzählweise im Wechsel zwischen der fünfjährigen Emily und ihrem Urgroßvater Hardy. Einfache, direkte Sprache, viele Dialoge, Familienstreit mit kölschem Lokalkolorit; ruhig, aber eindringlich. Die Autorin stellt eine Inhaltswarnung voran.
Kurzprofil
- Ähnliche Bücher: „Stay away from Gretchen“ von Susanne Abel (ebenfalls Familiengeschichte mit Nachwirkungen der Kriegs- und Nachkriegszeit); laut desired.de passen Familienromane über Kriegstraumata über Generationen, etwa von Eva Völler (Verschickungskinder auf Borkum) und Uwe Levin.
- Wissenswert: Der Titel ist ein Satz aus dem Heimalltag: Kinder kannten einander dort nur als Nummer (Verlagsauszug). Abels Debüt „Stay away from Gretchen“ erreichte laut Verlagsvita die Spitze der SPIEGEL-Bestsellerliste.
Worum es geht
- Kriegsende in Deutschland: Ein kleiner Junge wird gefunden, der nichts über seine Herkunft weiß. Er bekommt den Namen Hartmut und wächst in einem streng geführten katholischen Kinderheim im Sauerland (Drolshagen) auf. Dort beschützt ihn die etwas ältere Kriegswaise Margret, die ihn Hardy nennt. Die beiden bleiben zusammen und versuchen, das Erlebte hinter sich zu lassen.
- Gegenwart (ab 2006, Köln): Die fünfjährige Emily wird nach einer Sturmnacht vom Jugendamt in Obhut genommen, weil ihre junge Mutter Julia nicht da war. Die Urgroßeltern Margret und Hardy kämpfen darum, dass das Kind zu ihnen kommt. Später, als Jugendliche, beginnt Emily, das Schweigen der Familie zu hinterfragen.
- Zentrale Frage: Wie wirken unverarbeitete Erfahrungen aus Kriegs- und Heimzeit in den folgenden Generationen nach?
Reihe & Ausgaben
- Einzelband. Erstausgabe gebunden 2025 bei dtv (ISBN 9783423283922, 537 Seiten, ca. 24,00 € laut DNB); Taschenbuch seit 08.10.2026. Weitere Romane der Autorin (laut Verlagsvita): „Stay away from Gretchen“, „Was ich nie gesagt habe“ – beide nicht in der Datenbank (Stand 2026-10-22).
Stimmen aus Rezensionen
- desired.de (Lesetipps-Artikel): einfühlsam und mitreißend erzählt; Schwerpunkt auf Zusammenhalt und Schweigen der beiden Kriegswaisen und den Folgen für die Familie. Kein Kritikpunkt genannt.
- Verlagswerbung zitiert stern („unterhaltsame, sogar humorvolle Romane aus dem Elend“) und Elke Heidenreich („wichtig und herzzerreißend“) – Zitate aus der Verlagsmeldung, Originalquellen nicht geprüft.
- Leserstimmen (Tendenz): LovelyBooks über Hugendubel 4,7 von 5 bei 231 Bewertungen (Abruf 2026-10-22); gelobt werden die Gefühlstiefe und die Darstellung der Traumafolgen über Generationen, eine Leserin empfindet die Heim-Darstellung als einseitig.
Inhaltshinweise
- Laut Vorwort der Autorin: Gewalt gegen Heimkinder in der Nachkriegszeit, sexueller Missbrauch und deren seelische Folgen; in der Leseprobe außerdem ein früherer Suizidversuch einer Figur, Alkohol- und Tablettenverdacht.


