Der Trafikant

Roman von Robert Seethaler

Ein Junge vom Attersee lernt 1937 in einer Wiener Tabaktrafik die Welt kennen – mit Sigmund Freud als Stammkunden und Ratgeber in Liebesdingen, während Österreich auf den Anschluss zutreibt.

  • 256 Seiten
  • Tempo: gemächlich
  • Anspruch: mittel

Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783036959092).

Für wen?

Leser historischer Literatur mit leisem Humor, Freunde von Wien-Romanen, Schüler und Lehrer (häufige Schullektüre, mehrere Lektürehilfen laut Wikipedia), Einsteiger in Seethalers Werk.

Wie liest es sich?

Ruhig erzählt, bildhaft und mit trockenem, oft skurrilem Witz; darunter liegt von Anfang an die Ahnung einer bedrohlichen Zeit.

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: Robert Seethaler „Ein ganzes Leben“, Jurek Becker „Jakob der Lügner“ (Vergleich von Manfred Papst, NZZ, laut Wikipedia), Stefan Zweig „Schachnovelle“.
  • Wissenswert: Was würde Sigmund Freud einem verliebten 17-Jährigen raten? In diesem Roman fragt ihn einer – und Freud weiß selbst nicht weiter.

Worum es geht

  • Spätsommer 1937: Nach einem schweren Gewitter verliert die Mutter des 17-jährigen Franz Huchel ihren heimlichen Gönner, und damit fällt das bequeme Leben am Attersee weg. Sie schickt den Sohn zu einem alten Bekannten nach Wien.
  • Dort lernt Franz bei dem kriegsversehrten Otto Trsnjek, der seine kleine Trafik im Alsergrund mit Hingabe führt, das Handwerk: Zeitungen lesen, Zigarren verstehen, Kunden kennen.
  • Zu den Stammkunden gehört der alte Professor Sigmund Freud. Zwischen beiden entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, und als Franz sich in die böhmische Varietétänzerin Anezka verliebt, sucht er bei Freud Rat.
  • Im Hintergrund verschärft sich die politische Lage in Österreich spürbar; der Roman spielt laut Wikipedia bis Juni 1938.

Auszeichnungen & Listen

  • keine geprüften Preise gefunden (2026-10-21)
  • Christine Westermann (WDR 2) nannte es „eines der besten Bücher des Jahres 2012“ (laut Wikipedia, abgerufen 2026-10-21)
  • Verfilmung „Der Trafikant“ von Nikolaus Leytner mit Simon Morzé und Bruno Ganz, gedreht Oktober/November 2017, Premiere am 21.08.2018 auf dem Filmfestival Kitzbühel (Wikipedia-Artikel zu Roman und Film, abgerufen 2026-10-21)
  • Bühnenfassungen, unter anderem Uraufführung der Textfassung an der Württembergischen Landesbühne Esslingen (laut Wikipedia)

Reihe & Ausgaben

  • Einzelband. Erstausgabe Kein & Aber 2012 (gebunden), diese Pocket-Ausgabe 2013 (Hugendubel: 48. Auflage); E-Book (ISBN 9783036992013) und Hörbuch (gelesen vom Autor, laut Audible) erhältlich. Schulausgaben bei westermann (DNB).

Stimmen aus Rezensionen

  • FAZ (Andreas Platthaus, 02./03.11.2012, über Perlentaucher und Wikipedia): lobt den „bösen Zauber“ des Romans und die „schnörkellose Sprache“.
  • NZZ (Manfred Papst, laut Wikipedia): vergleicht die Leichtigkeit des Stils mit Jurek Beckers „Jakob der Lügner“; Elke Heidenreich (SRF Literaturclub, 29.01.2013) nannte das Buch eine „kleine Kostbarkeit“.
  • Kritikpunkt: Mehrere Rezensenten bemängelten die Darstellung und die Aussagen der historischen Figur Sigmund Freud (laut Wikipedia). Leserstimmen (LovelyBooks, Audible) loben Wien-Atmosphäre und Humor trotz dunkler Zeit.

Inhaltshinweise

  • NS-Zeit, politische Verfolgung und Antisemitismus im Wien von 1937/38 (laut Verlag und Rezensionen); Tod einer Nebenfigur gleich zu Beginn; zeittypisch rassistischer Ausdruck in der Erzählung (Leseprobe).

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