Heimsuchung

Roman von Jenny Erpenbeck

Ein Haus an einem märkischen See und die Menschen, die es im Lauf eines Jahrhunderts bauen, bewohnen, verlieren und verlassen – deutsche Geschichte von der Weimarer Republik bis nach der Wende, erzählt an einem einzigen Ort.

  • 192 Seiten
  • Tempo: ruhig
  • Anspruch: anspruchsvoll

Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783328102519).

Für wen?

Leser literarischer Romane mit dichter, rhythmischer Sprache; Abiturienten (Pflichtlektüre im Abitur 2026 u. a. in Baden-Württemberg, Bayern und NRW, belegt durch Abi-Lernpakete in der DNB); Zuschauer der Verfilmung.

Wie liest es sich?

Sehr ruhig und formstreng: ein Prolog über die Eiszeit, dann kurze Kapitel, die jeweils einer Figur folgen. Präsens, lange Satzketten, Wiederholungen und eingeschobene Volksbräuche wie Litaneien. Kaum Dialoge, kein Spannungsbogen im üblichen Sinn – fordert Aufmerksamkeit.

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: Erpenbecks „Kairos“ (Wende-Zeit, gleiche Autorin); Daniela Kriens „Die Liebe im Ernstfall“ (ostdeutsche Lebensläufe, ebenfalls ruhig erzählt).
  • Wissenswert: Volker Schlöndorffs Verfilmung „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ (mit Lars Eidinger, Martina Gedeck, Susanne Wolff) feierte am 16.05.2026 in Cannes Premiere, Kinostart 15.10.2026 (Wikipedia, abgerufen 2026-10-14). Laut Verlag führt der Guardian den Roman auf seiner Liste der „100 Best Books of the 21st Century“.

Worum es geht

  • Schauplatz ist ein Seegrundstück in Brandenburg nahe Berlin. Ein namenloser Gärtner, der das Grundstück über Jahrzehnte pflegt, verbindet die Kapitel; dazwischen stehen die Lebensläufe von Bewohnern und Nachbarn – laut Verlag ein Architekt, eine jüdische Tuchfabrikantenfamilie, Rotarmisten, eine aus dem Exil zurückgekehrte Schriftstellerin und andere.
  • Die ersten Kapitel erzählen vom Dorfschulzen und seinen vier Töchtern Ende des 19. Jahrhunderts und von Heiratsbräuchen, die als Regelwerk eingestreut werden.
  • Zentrale Frage: Was bleibt von einem Ort und seinen Menschen, wenn die Geschichte über sie hinweggeht?

Auszeichnungen & Listen

  • Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2008 (laut FR-Rezension bei Perlentaucher).
  • SPIEGEL-Bestseller Taschenbuch Belletristik, Platz 16 (Angabe auf der Verlagsseite, abgerufen 2026-10-14).
  • Verfilmung: „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“, Regie Volker Schlöndorff, Deutschland/Frankreich 2026 (de.wikipedia.org).

Reihe & Ausgaben

  • Einzelband: Eichborn (2008), btb (2010), Penguin (2018), Reclam mit Nachwort (2024, ISBN 9783150143889).

Stimmen aus Rezensionen

  • Die Zeit (Katharina Döbler, 29.05.2008, via Perlentaucher): lobt Recherche, komplexe Figuren und die Objektivität ohne „autobiografischen Groll“ – das Buch beruht auf dem Haus der Großmutter der Autorin.
  • taz (Katharina Granzin, 08.03.2008): „Jahrhundertroman“ mit poetischer Genauigkeit auf nur rund 200 Seiten.
  • Frankfurter Rundschau (Alexander Cammann, 11.03.2008): Gegenstimme – zu ambitioniert, grelle Paralleleffekte und aufdringliche Symbolik.
  • Quelle: perlentaucher.de

Inhaltshinweise

  • Laut Verlag und Rezensionen: NS-Zeit, Vertreibung und Verfolgung einer jüdischen Familie, Krieg und Kriegsende. Weitere Hinweise: keine genannt (2026-10-14).

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