Tschick

Roman von Wolfgang Herrndorf

Zwei vierzehnjährige Außenseiter aus Berlin fahren in einem geklauten Lada ohne Karte und Plan durch die ostdeutsche Provinz – der Sommer ihres Lebens.

  • 256 Seiten
  • Tempo: flott
  • Anspruch: leicht

Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783499256356).

Für wen?

Jugendliche ab 14 (Verlagsempfehlung) und Erwachsene, die Roadnovels und komische, warmherzige Coming-of-Age-Geschichten mögen; Schullektüre-Klassiker.

Wie liest es sich?

Ich-Erzähler Maik im Präsens bzw. Rückblick, schnoddrige Jugendsprache, viele komische Abschweifungen; kurze Kapitel (Kap. 1 ca. 4 Seiten). Der Roman beginnt mit dem Ende der Reise auf einer Polizeiwache und erzählt dann zurück. Leicht zu lesen, aber mit Untertönen.

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: „Hard Land“ von Benedict Wells (Coming-of-Age-Sommer mit Außenseiter-Ich-Erzähler, siehe hard-land); Mark Twains „Tom Sawyer“/„Huckleberry Finn“ (der Verlag vergleicht die Reise mit deren Flussfahrt).
  • Wissenswert: Bis September 2016 allein in Deutschland mehr als zwei Millionen Mal verkauft (Filmstarts, 24.07.2018); 2016 von Fatih Akin verfilmt (ebd.).

Worum es geht

  • Berlin, Sommerferien: Maik Klingenbergs Mutter ist in der Entzugsklinik, der Vater mit seiner Assistentin „auf Geschäftsreise“ – Maik bleibt allein am Pool der Villa. Er gilt in der achten Klasse als Langweiler und schwärmt aussichtslos für Tatjana.
  • Dann taucht Tschick auf, eigentlich Andrej Tschichatschow, ein Junge aus den Hochhäusern in Hellersdorf, der es von der Förderschule aufs Gymnasium geschafft hat – mit einem geklauten Lada. Gemeinsam brechen sie ohne Karte und Kompass auf.
  • Zentrale Frage: Was erleben die beiden auf ihrer Fahrt – und wie landet Maik blutend auf der Wache der Autobahnpolizei, mit der das Buch einsetzt?

Auszeichnungen & Listen

  • Deutscher Jugendliteraturpreis 2011; nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2011 (beides laut Verlagsseite, 2026-10-14).
  • Verfilmung „Tschick“ (2016, Regie Fatih Akin) laut Filmstarts (24.07.2018, filmstarts.de).

Reihe & Ausgaben

  • Kein Reihenbezug. Herrndorf (1965–2013) veröffentlichte danach „Sand“ (2011, Preis der Leipziger Buchmesse) und posthum den unvollendeten Roman „Bilder deiner großen Liebe“ (2014) (Autorenvita, bic-media/Rowohlt, abgerufen 2026-10-14).

Stimmen aus Rezensionen

  • Perlentaucher-Übersicht (perlentaucher.de):
  • Frankfurter Rundschau (Ulrich Rüdenauer, 13.11.2010): hingerissen von der „schnoddrigen Kunstsprache“, „zum Brüllen komisch“; Irrfahrt zweier Außenseiter wie Huck Finn und Tom Sawyer.
  • Die Zeit (Dieter Hildebrandt, 11.11.2010): anfangs skeptisch gegenüber dem Salinger/Twain-Vergleich, dann angetan von Ton und Figuren; ein „Wonderland gewitzter Weltfremdheit“.
  • taz (René Hamann, 27.10.2010): trifft den Ton der Jugendsprache, aber weniger komisch als erhofft und recht absehbar; trotzdem „ein rundum gutes Buch“.

Inhaltshinweise

  • Laut Klappentext/Leseprobe: Alkoholsucht der Mutter, Autodiebstahl, Unfallverletzung. Weitere keine genannt (2026-10-14).

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