Cover: Afrika
Bild: Amazon

Afrika

Roman von Daniel Kehlmann

Ein kleiner, verschuldeter österreichischer Diplomat soll 1884 auf Bismarcks Kongokonferenz seinen Botschafter vertreten – und hat vor allem einen Betrug und ein Duell im Kopf.

  • 256 Seiten
  • Tempo: ausgewogen
  • Anspruch: anspruchsvoll
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Für wen?

Leser von Kehlmanns historischen Romanen und alle, die Geschichte gern mit Ironie und Situationskomik erzählt bekommen; weniger für Leser, die eine genaue Darstellung der Konferenz und der Folgen für Afrika suchen.

Wie liest es sich?

Leichtfüßig und trocken komisch, mit kurzen Dialogen, Wiederholungen als Pointe und Wiener Tonfall; unter der Komödie liegen Angst, Lebenslügen und das Kolonialthema.

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: Die Vermessung der Welt und Lichtspiel (beide Daniel Kehlmann).
  • Wissenswert: Der Botschafter muss Klavier üben – also verhandelt ein überforderter Beamter mit, wie ein ganzer Kontinent aufgeteilt wird.

Worum es geht

  • Berlin im Winter 1884: Auf Einladung Bismarcks beraten die Mächte über Handel und Besitzansprüche in Afrika, afrikanische Vertreter sitzen nicht mit am Tisch. Für Österreich-Ungarn soll Legationsrat Gustav Strinetzky einspringen, weil Botschafter Graf Széchényi lieber Klavier für ein Fest übt.
  • Strinetzky hat eigene Sorgen: Für seine Wiener Liaison mit einer Schauspielerin hat er Dienstgelder über einen erfundenen Gutachter abgezweigt, nun taucht ein echter Mann dieses Namens auf, und er braucht dringend 5.000 Gulden. Dazu kommt eine Duellforderung durch einen preußischen Offizier. Laut Verlag wird er gerade unter diesem Druck zum geschickten Verhandler – mit Folgen für die Weltpolitik.

Reihe & Ausgaben

  • Einzelband. Weitere Ausgaben laut Hugendubel (Stand 2026-11-04): E-Book (Rowohlt E-Book, ISBN 9783644018471), Hörbuch-Download (ISBN 9783732422586) und Hörbuch-CD (ISBN 9783839822586), jeweils ungekürzt; noch nicht erschienen.

Stimmen aus Rezensionen

  • Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (Andreas Kilb, Rezensionsnotiz im Perlentaucher, abgerufen 2026-11-04, perlentaucher.de): eher ablehnend. Stark in kleinen Details, die politischen Machtspiele wirken auf ihn aber wie Fernsehdramaturgie; der Roman komme nicht in Schwung, das historische Unheil bleibe fern.
  • Veranstaltungstext zur Buchpremiere (Berlin.de, 15.11.2026, Berliner Ensemble): betont, dass der Roman zeigt, wie Verantwortung in Verfahren verschwindet, und dass die Komik die Banalität von Geschichte offenlegt – Werbetext, keine unabhängige Kritik.
  • Weitere Feuilleton-Kritiken lagen zwei Tage vor Erscheinen noch nicht vor.

Inhaltshinweise

  • Kolonialismus (Aufteilung Afrikas ohne afrikanische Beteiligung); Duell mit Pistolen, in der Leseprobe drastische Schilderung von Schusswunden durch den Barbier.

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