Wachs
Roman von Christine Wunnicke
Paris, 1733: Eine Dreizehnjährige schleicht sich nachts in eine Musketier-Kaserne, um eine Leiche zu kaufen – der Anfang eines Lebens als Anatomin und Wachsbildnerin, an der Seite der Pflanzenmalerin Madeleine Basseporte.
- 224 Seiten
- Tempo: gemächlich
- Anspruch: anspruchsvoll
Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783257248548). Amazon-Preise vom 03.11.2026, 23:45 Uhr. Preise und Verfügbarkeit können sich ändern; maßgeblich ist der Preis auf Amazon.de zum Zeitpunkt des Kaufs. Preis bei bücher.de vom 03.11.2026, maßgeblich ist der Preis beim Händler.
Leser kurzer, kluger historischer Romane mit trockenem Witz; wer Frauenfiguren aus der Wissenschaftsgeschichte mag und keine dicken Wälzer sucht.
Auktorialer Erzähler im Präteritum, leicht altertümlich gefärbte Dialoge, viel lakonische Situationskomik (der Oboe übende Kadett, die ratlosen Offiziere), daneben ernste Momente. Szenisch, aber eher gemächlich; zehn Kapitel von rund 13 bis 37 Seiten (Inhaltsverzeichnis).
Kurzprofil
- Ähnliche Bücher: „Papageien“ von Christine Wunnicke (gleiche Autorin, ebenfalls Natur und Wissen mit Witz); „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann (historische Forscherfiguren, ironischer Ton).
- Wissenswert: Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025; die Autorin erhält den Georg-Büchner-Preis 2026. Die echte Marie Biheron fertigte anatomische Wachsmodelle, darunter laut Zeit-Rezension (Katharina Teutsch, 20.03.2025, nach Perlentaucher) die erste authentische Nachbildung einer Schwangeren.
Worum es geht
- Paris im 18. Jahrhundert. Marie Biheron, Tochter eines verstorbenen Apothekers, will um jeden Preis den menschlichen Körper verstehen – mit Büchern allein gehe das nicht. Weil „die Rede geht“, Leichen gebe es beim Militär, versucht sie ihr Glück bei den Schwarzen Musketieren und sorgt dort für reichlich Verwirrung. Ihre strenge Mutter lässt sie schließlich gewähren.
- Später tritt Madeleine Basseporte hinzu, die Blumen und Pflanzen zeichnet und Menschen eher als Störung empfindet. Laut Verlag haben Männer meist Nebenrollen, darunter ein nervöser Bestsellerautor, ein junger Taugenichts und Diderot. Rezensenten beschreiben die Beziehung der beiden Frauen als Liebesgeschichte, die historisch nicht belegt ist.
Auszeichnungen & Listen
- Shortlist Deutscher Buchpreis 2025 (deutscher-buchpreis.de, Archiv 2025, abgerufen 2026-11-04)
- Die Autorin erhält den Georg-Büchner-Preis 2026 (Berliner Zeitung, 09.07.2026; Hinweis auch im Verlagstext)
Reihe & Ausgaben
- Einzelband. Erstausgabe gebunden bei Berenberg, Berlin 2025 (ISBN 9783911327039, 176 Seiten, 24,00 € laut Perlentaucher); Taschenbuch bei Diogenes 2026 (dieser Eintrag).
- In der Datenbank von derselben Autorin: Papageien.
Stimmen aus Rezensionen
- Frankfurter Rundschau (Judith von Sternburg, 22.09.2025, nach Perlentaucher): ein kurzer Roman, der viel erzählt, gut verfilmbar; kleiner Vorbehalt gegenüber einem stellenweise „wächsernen“ Stil.
- taz (Fokke Joel, 03.05.2025, nach Perlentaucher): klug; lobt das leicht altertümliche Deutsch und die Behandlung religiösen Reinheitsdenkens.
- Deutschlandfunk Kultur (Maximilian Mengeringhaus, 28.02.2025, nach Perlentaucher): kaum makelloser zu schreiben, unterhaltsam und ideenreich – historischer Roman, Liebesgeschichte und Emanzipationserzählung zugleich. Kritische Stimmen zum Buch selbst fanden sich nicht; laut Berliner Zeitung (09.07.2026) wurde es kein Verkaufsschlager.
Inhaltshinweise
- Anatomie an Leichen, darunter die eines verhungerten Kindes (Leseprobe, Kapitel 1); nüchtern, nicht reißerisch geschildert.


