Die Kraft des Islam

Wie wir auf ein neues islamisches Zeitalter zusteuern von Constantin Schreiber

Der Journalist und frühere Tagesschau-Sprecher erklärt, warum der Islam weltweit wächst und vielen Menschen Gemeinschaft, Regeln und Sinn bietet – und fragt, was das für westliche Gesellschaften mit ihrer Identitätskrise bedeutet, bis hin zu Radikalisierung und Parallelmilieus.

  • 224 Seiten
  • Anspruch: mittel

Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783455022292).

Für wen?

Leser gesellschaftspolitischer Debattenbücher zu Religion, Migration und Integration; wer Schreibers frühere Bücher („Inside Islam“, „Kinder des Koran“) kennt.

Wie liest es sich?

Ich-Perspektive mit Reportage-Einstieg (Freitagsgebet in Jakarta, Kairo und Hamburg), dann sachliche, gut verständliche kurze Kapitel mit Endnoten und vielen Gewährsleuten (van Ess, Olivier Roy, Robert Putnam). Teil I würdigt Gebet, Kulturgeschichte und Gemeinschaftskraft; die kritischen Themen folgen laut Inhaltsverzeichnis in Teil II und III.

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: Schreibers „Inside Islam“ (Moscheepredigten in Deutschland); Ruud Koopmans' „Das verfallene Haus des Islam“ (Debattenbuch zu Islam und Moderne).
  • Wissenswert: Nach einem Tortenwurf bei einer Lesung in Jena kündigte Schreiber 2023 an, sich nicht mehr zum Islam zu äußern (Abendzeitung München, 13.09.2023) – mit diesem Buch kehrt er zum Thema zurück. Laut Presseinformation könnte der Islam bis 2027 zur größten Religion der Welt werden (Verlag, abgerufen 2026-10-14).

Worum es geht

  • Aufbau: Einführung („Der Aufstieg. Ein Freitag“), Teil I „Die neue Kraft“ (Kap. 1–6, u. a. Gebet, Welten des Islam, Gemeinschaftsbildung), Teil II (Kap. 7–15, u. a. „Der Preis der Verdrängung“, Schura, muslimische Wähler, Narrative in den Medien, Arbeitswelt), Teil III (Kap. 16–21), Resümee, Endnoten.
  • Kernthesen laut Presseinformation: demografisch getriebenes Wachstum, Anziehungskraft gegenüber einem säkularen Westen, Einfluss der Golfstaaten, Prediger in sozialen Medien, eine „links-islamistische Allianz“, Parallelmilieus – die eigentliche Krise sei die des Westens.
  • Schreiber unterscheidet in der Leseprobe ausdrücklich säkularen Islam, politischen Islam und Islamismus.

Reihe & Ausgaben

  • Einzelband. Zuletzt erschienen vom Autor bei Hoffmann und Campe: „Glück im Unglück“ (2023), „Lasst uns offen reden!“ (2024), der Krimi „Echnatons Fluch“ (2025) (laut Presseinformation).

Stimmen aus Rezensionen

  • Die Vossische (Paul Fisher, 14.10.2026, dievossische.de): lesenswert gerade wegen der Spannung zwischen Würdigung und Kritik; lobt den Einstieg, die zugängliche Sprache und die Kulturgeschichte. Kritik: Begriff „politischer Islam“ zu eng, orthodoxe Auslegungen und liberale muslimische Stimmen kämen zu kurz.
  • EMMA (Alice Schwarzer, 09.10.2026, emma.de): nennt es ein „geradezu liebevolles Buch über den Islam“, zentral sei die Trennung von Islam und Islamismus. Meinungsbeitrag mit Veranstaltungsankündigung, keine neutrale Kritik (Schwarzer moderierte eine Lesung mit Schreiber).
  • Feuilleton-Rezensionen (Perlentaucher, FAZ, SZ, Deutschlandfunk) noch nicht gefunden (2026-10-14).

Inhaltshinweise

  • Laut Verlag: Radikalisierung, Islamismus und Terror als Themen. Keine weiteren genannt (2026-10-14).
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