Herzblut

Spitzenchirurgie zwischen Leben und Tod von Rüdiger Lange

Einer der bekanntesten deutschen Herzchirurgen erzählt nach 40 Jahren im OP nicht nur von Pionier-Eingriffen, sondern vor allem von seiner Angst, von Fehlern und vom Preis der Spitzenmedizin.

  • 208 Seiten
  • Tempo: ausgewogen
  • Anspruch: mittel

Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783446285729).

Für wen?

Leser von Arzt-Memoiren und Medizinreportagen, alle, die wissen wollen, wie eine Operation am offenen Herzen abläuft; auch Pflege- und Medizinberufe.

Wie liest es sich?

Ich-Erzählung im Präsens, sehr nah und bekenntnishaft; OP-Abläufe werden Schritt für Schritt und anschaulich erklärt (Herz-Lungen-Maschine, Klappenersatz), mit Bergsteiger-Bildern und ohne Fachjargon-Überlast. Das erste Kapitel „Angst“ setzt mit dem Tod eines jungen Patienten ein (Leseprobe, 2026-10-14).

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: Henry Marsh „Um Leben und Tod“ (selbstkritische Erinnerungen eines Neurochirurgen), Atul Gawande „Sterblich sein“ (Medizin und ihre Grenzen).
  • Wissenswert: Lange schreibt, er habe über 15.000 Herzen operiert (Vorwort, Leseprobe). Laut Verlag reparierte er weltweit als Erster eine Herzklappe mit einem Robotersystem (2026-10-14).

Worum es geht

  • Lange erzählt von seinen wichtigsten Operationen und vom Weg vom jungen Assistenzarzt an die Spitze eines renommierten Herzzentrums. Angekündigt sind u. a. die weltweit erste robotergestützte Mitralklappenrekonstruktion, ein neues Verfahren bei einem angeborenen Herzfehler, die Einführung kathetergestützter Klappeneingriffe und eine Bypass-OP bei einem Säugling (Vorwort).
  • Ebenso offen geht es um Selbstzweifel, Hierarchien der „Halbgötter in Weiß“, Schlafmangel und private Kosten: verpasste Geburt des Sohnes, drei Ehen (Vorwort).
  • Kapitel 1 schildert Mitte der 1980er Jahre seine erste eigenständige Aortenklappen-OP, bei der ein Messfehler und ein schweigender Oberarzt fatale Folgen haben.

Reihe & Ausgaben

  • Einzelband, Erstausgabe 2026.

Stimmen aus Rezensionen

  • Süddeutsche Zeitung (Nicole Graner, 16.09.2026, Zitat auf der Verlagsseite): Neben vielen Schicksalen und Operationen schreibt Lange über das, worüber meist geschwiegen werde – die Angst des Chirurgen, zu scheitern.
  • Münchner Merkur (Andreas Beez, 05.10.2026, Zitat auf der Verlagsseite): „ehrliche, ungeschützte Einblicke“ in Langes Seelenleben und in ein „mitunter höchst ungesundes System der Spitzenmedizin“.
  • Bayern 1, „Die blaue Couch“ (Dominique Knoll, 21.09.2026, Zitat auf der Verlagsseite): fesselnd „wie ein Krimi“. Kritikpunkte wurden nicht gefunden.

Inhaltshinweise

  • Laut Leseprobe: Tod von Patienten, detaillierte Schilderungen von Eingriffen am offenen Herzen (Brustbein aufsägen, Blutungen), Schuldgefühle und Schlaflosigkeit (2026-10-14).

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