Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens

Ein Essay von Richard David Precht

Ein Philosoph fragt nicht, wie KI funktioniert, sondern was sie mit unserem Menschenbild macht – und hält dagegen, dass Menschen nicht das „Andere der Natur“, sondern das „Andere der künstlichen Intelligenz“ sind.

  • 256 Seiten
  • Anspruch: anspruchsvoll

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Für wen?

Leser von Essays und Technikkritik, Precht-Publikum aus Fernsehen und Podcast; wer eine technische Einführung in KI sucht, ist laut Vorwort falsch.

Wie liest es sich?

Ich-Stimme des Autors, polemisch und zugespitzt, lange Sätze mit Aufzählungen und Wortspielen („Monetozän“), viele Namen und Zahlen mit Endnoten. Das erste Kapitel verbindet KI-Geschichte seit Dartmouth 1956 mit der Umweltbewegung. Kein Lesetempo im Romansinn.

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: „Auserzählt?“ (auserzaehlt, Precht 2026) – sein Nachfolgebuch zu KI und Kultur; „Die Vierte Kränkung“ (die-vierte-kraenkung, Safranski 2026) – ebenfalls humanistischer Einspruch gegen KI-Gläubigkeit, kürzer und ruhiger.
  • Wissenswert: Geschrieben im Winter 2019/20 und noch nicht fertig, als Corona die Welt stilllegte – das Vorwort ist auf „Anfang April 2020“ datiert (Leseprobe). Der Tagesspiegel nahm es am 07.12.2020 unter die Sachbücher des Jahres (Verlag).

Worum es geht

  • Ausgangspunkt: Klimakrise und KI-Fortschritt laufen als „zwei Linien“ nebeneinander her, ohne sich zu berühren; Precht kritisiert die Visionen des Silicon Valley (Kurzweil, Bostrom, Moravec) und den Ressourcenverbrauch der Digitaltechnik.
  • Kernthese laut Verlag: Maschinen lässt sich keine menschenähnliche Moral einprogrammieren, weil menschliches Leben keine Abfolge vorausberechneter Schritte ist; Leitfragen sind „Wohin?“ und „Wozu?“.
  • Belegbasis: Essay mit Endnoten (Studien, Zitate von Herbert A. Simon, Donald Knuth u. a.), keine empirische Eigenforschung.

Auszeichnungen & Listen

  • Tagesspiegel, „Bücher des Jahres: Wir empfehlen die besten Sachbücher“ (07.12.2020, m.tagesspiegel.de, laut Verlagsdaten). Verlag wirbt mit „SPIEGEL-Bestseller“ (penguin.de, 2026-10-14); Platz ungeprüft.

Reihe & Ausgaben

  • Einzelband; thematische Fortsetzung „Auserzählt? Wie künstliche Intelligenz die Kultur abschafft“ (2026, auserzaehlt).

Stimmen aus Rezensionen

  • Der Tagesspiegel (Verlagszitat): wünscht dem „klugen Essay“ Leser, die den KI-Hype kritisch begreifen.
  • Lauschige Lesezeit, Yvonne Lips (20.08.2020, lauschige-lesezeit.de): angenehmer Stil, regt zum Diskutieren an; Kritik: akademisch, zu negativ und endgültig, der Bezug zum „Sinn des Lebens“ komme erst in den letzten Kapiteln.
  • Die Rheinpfalz (22.09.2020, rheinpfalz.de,-absage-an-die-sch%C3%B6ne-neue-online-welt-richard-david-prechts-buch-k%C3%BCnstliche-intelligenz-und-der-si-_arid,5113187.html): „scharfe Kritik an der Digitalisierung“; Volltext hinter Bezahlschranke, Fazit nicht gelesen.
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