Shitbürgertum

von Ulf Poschardt

Poschardts Streitschrift gegen ein Milieu, das er „Shitbürgertum“ nennt: moralisch selbstgewiss, staatsnah und nach seiner These verantwortlich für Deutschlands Krise.

  • 175 Seiten
  • Anspruch: anspruchsvoll
  • Band 1 der Reihe Kritik der bürgerlichen Gesellschaft (Trilogie)

Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783987913310).

Für wen?

Leser politischer Streitschriften und Debattenbücher; wer die viel diskutierte Polemik selbst prüfen will, bevor er zu „Bückbürgertum“ greift.

Wie liest es sich?

Zugespitzter, polemischer Essay mit vielen Bezügen auf Theorie und Popkultur (Foucault, Schumpeter, Gruppe 47); laut Rezensionen voraussetzungsreich. Die Leseprobe zeigt nur das Vorwort der Fassung in einfacher Sprache: kurze Sätze, klare Thesen.

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: „Bückbürgertum“ (Band 2, gleiche Begriffswelt, siehe bueckbuergertum); „Shitbürgertum – Der Untergang“ (2026, setzt die Thesen fort, siehe shitbuergertum).
  • Wissenswert: Der Verlag zu Klampen zog das Buch zurück, Poschardt brachte es im Januar 2025 selbst heraus, danach erschien es bei Westend (Perlentaucher, Rezensionsnotizen SZ und Deutschlandfunk, 2026-10-30). Seit September 2025 gibt es eine eigene Fassung in einfacher Sprache (Westend, 96 Seiten).

Worum es geht

  • These laut Verlag: Ein neuer Sozialcharakter, der „Shitbürger“, gibt sich als moralischer Weltretter, schützt aber vor allem eigene Privilegien. Er habe in Kultur, Medien und Wissenschaft eine Vorherrschaft errichtet und Deutschland in die Krise geführt; Auswege seien Selbstkritik und republikanische Tugenden.
  • Aus dem Vorwort (einfache Sprache): Der grobe Titel ist gewollt; Poschardt spricht von „konstruktiver Respektlosigkeit“, verlangt einen kleineren Staat („Kettensäge“), führt die Haltung des Milieus bis zur Gruppe 47 zurück und deutet Trumps Rückkehr und den Aufstieg rechter Parteien als Folge dieser Vorherrschaft. Er räumt ein, selbst lange Teil des Milieus gewesen zu sein.
  • Aufbau und Kapitel der gebundenen Ausgabe: nicht belegt; laut taz (Notiz bei Perlentaucher) stammen größere Teile aus älteren Texten des Autors.

Reihe & Ausgaben

  • Band 1: dieses Buch – zuerst Januar 2025 im Eigenverlag, nachdem zu Klampen es zurückgezogen hatte; Westend-Ausgabe 2025 mit aktuellem Nachwort.
  • Band 2: „Bückbürgertum“ (Westend, 2026): bueckbuergertum · Band 3: „Fightbürgertum“ angekündigt.
  • Fortsetzung außerhalb der Zählung: „Shitbürgertum – Der Untergang“ (Westend, angekündigt für 23.11.2026): shitbuergertum.
  • Fassung in einfacher Sprache (Westend, 08.09.2025, 96 Seiten, kartoniert und E-Book).

Stimmen aus Rezensionen

  • Quelle: Rezensionsnotizen bei Perlentaucher (perlentaucher.de), alle zur Eigenverlagsausgabe vom Januar 2025.
  • Die Zeit (Alexander Cammann, 23.01.2025): eine weitere Streitschrift gegen das linksgrüne Bürgertum, neu sei die offene Anlehnung an Trumps Disruption; der Kritiker kann wenig damit anfangen.
  • Süddeutsche Zeitung (Philipp Bovermann, 20.01.2025) und Deutschlandfunk (Helmut Böttiger, 18.01.2025): Leitbegriff bleibe unscharf, statt Analyse vor allem Polemik; taz (Konstantin Nowotny, 22.01.2025) bemängelt zudem übernommene ältere Texte.
  • Frankfurter Rundschau (Jens Buchholz, 04.02.2025): unterhaltsam, aber ohne schlüssige Argumentation. Zustimmend dagegen laut Pressestimmen des Verlags etwa die Fuldaer Zeitung („nuanciertere Kulturkritik als erwartet“) und die Friedrich-Naumann-Stiftung.
  • Hugendubel-Kundenbewertungen als Tendenz: 4,0 von 5 bei 16 Bewertungen (2026-10-30).

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