Wer bin ich - und wenn ja wie viele?
Eine philosophische Reise von Richard David Precht
Prechts Durchbruch von 2007: die großen Fragen der Philosophie entlang Kants „Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?“, verknüpft mit Hirnforschung und Psychologie.
- 480 Seiten
- Anspruch: mittel
Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783442143139).
Einsteiger ohne Vorwissen, die Philosophie nicht als Abfolge von „-ismen“ lernen wollen; Leser mit Interesse an Ethikfragen wie Sterbehilfe oder Tierethik.
Persönlicher Einstieg (Naxos 1985, Studium in Köln), dann kurze Kapitel, die je an einem Ort und einer Person ansetzen (Nietzsche in Sils Maria, „Lucy“ in Hadar). Lebhaft, oft spöttisch gegenüber großen Denkern, gut lesbar, aber dicht an Namen und Fakten.
Kurzprofil
- Ähnliche Bücher: „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ (Precht, 2010) – vertieft den Ethik-Teil; „Liebe. Ein unordentliches Gefühl“ (Precht, 2009) – baut das Liebe-Kapitel aus; „Erkenne die Welt“ (Precht, 2015) – im Gegensatz dazu streng historisch erzählt; „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? Die Graphic Novel“ (Precht/Möller/Hartmann, 2024); „Sofies Welt“ (Jostein Gaarder) – Einführung in die Philosophie als Roman.
- Wissenswert: Der Titel stammt laut Einleitung von Prechts Freund, dem Schriftsteller Guy Helminger, der ihn nach einer durchzechten Nacht auf der Straße ausrief (Leseprobe, 2026-10-28).
Worum es geht
- Drei Teile nach Kant: Erkenntnis und Bewusstsein, Moral und angewandte Ethik (Abtreibung, Sterbehilfe, Tiere, Reproduktionsmedizin), schließlich Gott, Liebe, Freiheit, Gerechtigkeit, Glück und Sinn (Inhaltsverzeichnis).
- Neu 2024: Kapitel zu Klimakatastrophe, künstlicher Intelligenz und Arbeit; Sterbehilfe und Biomedizin überarbeitet (Vorwort vom Juni 2024).
- Das erste Kapitel geht von Nietzsches Text über die „klugen Tiere“ aus: Unser Erkennen ist ein Produkt der Evolution und kann die Welt nie objektiv erfassen.
Auszeichnungen & Listen
- SPIEGEL-Bestsellerliste: ab Februar 2008 auf Platz 1, nachdem Elke Heidenreich das Buch in der ZDF-Sendung „Lesen!“ empfohlen hatte; laut Buchreport erfolgreichstes deutsches Hardcover-Sachbuch 2008 und Platz 3 unter den Bestsellern 2000–2010 (Wikipedia, abgerufen 2026-10-28: de.wikipedia.org,_wie_viele%3F)
Reihe & Ausgaben
- Einzelband. Daneben lieferbar laut Verlag (2026-10-28): Taschenbuch 2012 (ISBN 9783442155286), ungekürzte Lesung von Bodo Primus (Download, 12 h 48 min, 2012), gekürzte Hörfassung, Hörbuch-CD. 2024 erschien zeitgleich eine Graphic Novel (Martin Möller, Jörg Hartmann).
Stimmen aus Rezensionen
- Süddeutsche Zeitung, Jens-Christian Rabe (13.06.2008, nach Perlentaucher perlentaucher.de): erstaunlich, dass ein Buch mit 15 Seiten Literaturhinweisen, das auch Fachdebatten wiedergibt, Bestseller wird; kritisiert den anti-akademischen Gestus als „rücksichtslose Ranschmeiße“ und apodiktische Urteile über Kant und andere.
- Frankfurter Allgemeine Zeitung, Gustav Falke (07.03.2008, nach Perlentaucher): Verriss – viele Fragen, keine befriedigende Antwort, ungenaue Lektüre der Klassiker und keine eigene Position; „überflüssig“ und „ärgerlich“.



