Im Herzen der Macht

Deutschlands dunkle Anfänge: eine archäologische Spurensuche von Harald Meller, Kai Michel

Ein Landesarchäologe und ein Historiker erzählen das 10. Jahrhundert der Ottonen neu – von der Öffnung des Grabes Ottos des Großen im Magdeburger Dom über neu entdeckte Pfalzen bis zu DNA-Analysen – und zeigen, wie die Nationalsozialisten diese Epoche für ihre Mythen vereinnahmten.

  • 576 Seiten
  • Tempo: ausgewogen
  • Anspruch: mittel

Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783423285025).

Für wen?

Leser populärer Archäologie- und Geschichtsbücher, Mittelalter-Interessierte, Fans von „Die Himmelsscheibe von Nebra“ und Mellers Ausstellungen.

Wie liest es sich?

Laut Verlag „archäologischer Krimi“ mit Reportage-Elementen; die Mitteldeutsche Zeitung nennt es „Reportage- und Geschichtswerk gleichermaßen“ (09.10.2026). Mit 576 Seiten ein umfangreiches Sachbuch; eigene Prüfung von Ton und Kapitellänge steht aus (keine Leseprobe).

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: Meller/Michel, „Die Himmelsscheibe von Nebra“ (gleiches Duo, Archäologie als Erzählung); Johannes Fried, „Das Mittelalter. Geschichte und Kultur“ (2008, erzählende Gesamtdarstellung eines Historikers, klassisch-historisch statt archäologisch).
  • Wissenswert: Harald Meller rettete laut Verlag die Himmelsscheibe von Nebra „unter erheblichem persönlichem Risiko“ aus kriminellen Kreisen; im Buch folgen die Autoren den Spuren Heinrich Himmlers, dessen SS in Grüften nach dem „ersten König der Deutschen“ suchte (Verlagstext, 2026-10-14).

Worum es geht

  • Thema laut Verlag: das 10. Jahrhundert, Ursprung des „Heiligen Römischen Reiches“, eine Welt voller Gewalt und Intrigen, in der auch Frauen Reiche lenkten und um den Thron gekämpft wurde.
  • Belegbasis: aktuelle Ausgrabungen in Sachsen-Anhalt (Grab Kaiser Ottos I. und Königin Edithas im Magdeburger Dom, ottonische Burgen und Pfalzen) und archäogenetische Untersuchungen von Adelsgräbern (Verlag, Rechte-Seite dtv); dazu die Rezeptionsgeschichte im Nationalsozialismus.

Reihe & Ausgaben

  • Einzelband. Frühere Bücher des Duos: „Die Himmelsscheibe von Nebra“, „Griff nach den Sternen“, „Das Rätsel der Schamanin“; mit Carel van Schaik „Die Evolution der Gewalt“ (für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, laut Verlag). Keines davon bisher in der Datenbank.

Stimmen aus Rezensionen

  • Mitteldeutsche Zeitung (09.10.2026, Auszug auf der Verlagsseite): „Paradestück des publikumswirksamen wissenschaftlichen Storytellings“, zugleich „Leistungsschau der sachsen-anhaltischen Ottonen-Archäologie“ – Letzteres lässt sich auch als Hinweis auf regionale Schlagseite lesen.
  • Welt am Sonntag, Matthias Heine (04.10.2026, Auszug auf der Verlagsseite): mehr als aneinandergereihte Ausgrabungsprotokolle; zeigt, wie stark Politik damals von Gewalt und Zufällen geprägt war.
  • Perlentaucher: noch keine Rezensionsnotizen (abgerufen 2026-10-14). Kritische Stimmen: keine gefunden.

Inhaltshinweise

  • Laut Verlag Gewalt und Intrigen des Frühmittelalters, NS-Vereinnahmung (Himmler, SS) als Thema (2026-10-14).
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