... trotzdem Ja zum Leben sagen

Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager von Viktor E. Frankl

Ein Psychiater beschreibt, wie der Lageralltag in Theresienstadt, Auschwitz und Türkheim die Seele der Häftlinge veränderte – und warum Menschen selbst dort einen Sinn finden konnten.

  • 192 Seiten
  • Tempo: gemächlich
  • Anspruch: mittel

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Für wen?

Leser von Holocaust-Zeugnissen und alle, die sich für Psychologie, Sinnfragen und Resilienz interessieren; Einstieg in Frankls Logotherapie.

Wie liest es sich?

Nüchtern-analytisch und doch persönlich; Frankl schreibt bewusst über den „unbekannten“ Häftling und die „vielen kleinen Qualen“ statt über die großen Gräuel, oft in der Wir-Form der Überlebenden (Leseprobe). „Geist und Leben“ lobt die Einheit aus Distanz, nüchterner Beobachtung und Betroffenheit, „ohne Pathos“ (1981).

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: Primo Levi, „Ist das ein Mensch?“ (Lagerbericht eines Überlebenden); Edith Eger, „Ich bin hier und alles ist jetzt“ (Auschwitz-Überlebende und Psychologin über Heilung).
  • Wissenswert: Frankl schrieb den Bericht nach der Befreiung in nur neun Tagen (Verlag). Die erste Wiener Auflage von 3.000 Stück verkaufte sich, die zweite blieb liegen – die englische Ausgabe überschritt dagegen bis 1977 zwei Millionen (Vorwort Hans Weigel, 1977).

Worum es geht

  • Teil 1 „Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“ (S. 15–140): Erlebnisschilderung „von innen gesehen“ – Auswahl von Häftlingen für Transporte, die Rolle der Capos, Hunger, Nummern statt Namen; geschrieben als „Bericht des Häftlings Nr. 119 104“ (Leseprobe).
  • Teil 2 „Synchronisation in Birkenwald“ (ab S. 141): ein kurzes philosophisches Theaterstück, eine „metaphysische Conférence“ (Vorwort).
  • Vorwort von Hans Weigel (1977) zur Entstehung; der Titel stammt aus der Zeile „Wir wollen trotzdem Ja zum Leben sagen“ des Buchenwald-Lieds (Vorwort).
  • Kernthese: Dem Menschen bleibt im Lager die Freiheit, sich zu den Verhältnissen so oder so einzustellen (Geist und Leben, 1981).

Auszeichnungen & Listen

  • Laut Verlag in über 50 Sprachen übersetzt (2026-10-14); weltweit neun Millionen verkaufte Exemplare (vienna.at, 09.06.2015, vienna.at). Eine Kinoverfilmung wurde 2015 angekündigt (ebd.), ein Kinostart ist nicht belegt.

Reihe & Ausgaben

  • Einzelband; englisch „Man's Search for Meaning“.

Stimmen aus Rezensionen

  • Geist und Leben, M.-Th. Smith (Heft 2/1981, old.geist-und-leben.de): „bewegendes“, „eminent menschliches“ Buch, nüchtern und ohne Pathos; das Theaterstück „ungemein geistreich“. Keine Kritik.
  • Frontiers in Psychology, Khushali Adhiya-Shah (16.11.2016, pmc.ncbi.nlm.nih.gov, zur englischen Ausgabe): guter Einstieg in die Existenzpsychologie; Kritik: Wirksamkeit und Praxis der Logotherapie werden nicht belegt.

Inhaltshinweise

  • Holocaust, Hunger, Gewalt durch SS und Capos, Selektionen und Tod (Leseprobe, Verlag).
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