Cover: Klassenfoto 1937
Bild: Amazon

Klassenfoto 1937

Die Geschichte einer jüdischen Schulklasse von Kristina Milz, Julia Schneidawind

Zwei Münchner Historikerinnen gehen von einem einzigen Klassenfoto der Jüdischen Volksschule vom Mai 1937 aus und verfolgen, was aus den 48 Kindern darauf wurde – Verfolgung, Flucht in alle Welt, Ermordung und das lange Weiterleben danach.

  • 420 Seiten
  • Tempo: gemächlich
  • Anspruch: mittel
Bei Amazon ansehen ↗28,00 €Nur noch 20 auf LagerBei bücher.de ↗28,00 €sofort lieferbar · versandkostenfrei

Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783406850653). Amazon-Preise vom 03.11.2026, 01:13 Uhr. Preise und Verfügbarkeit können sich ändern; maßgeblich ist der Preis auf Amazon.de zum Zeitpunkt des Kaufs. Preis bei bücher.de vom 02.11.2026, maßgeblich ist der Preis beim Händler.

Für wen?

Leser erzählender Geschichtsbücher über die NS-Zeit und den Holocaust, Interessierte an Münchner und jüdischer Stadtgeschichte, Lehrer, die Geschichte über persönliche Lebenswege vermitteln wollen.

Wie liest es sich?

Erzählendes Sachbuch in der Wir-Form der Autorinnen, mit vielen Zitaten aus Erinnerungen und Tagebüchern und mit Anmerkungen. Ruhiges Tempo, viele Namen (jedes Kind mit seiner Nummer vom Foto), acht Kinder als Hauptfiguren (Leseprobe).

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: Eberhard Fechners Dokumentarfilm „Klassenphoto“ (1972) geht ebenfalls von einem Klassenfoto aus (Berliner Abiturklasse).
  • Wissenswert: Die Nummern auf dem Foto stammen nicht von den Tätern, sondern vom Vater einer Schülerin, dem Orientalisten Karl Süßheim, der auf der Rückseite alle Namen notierte (Leseprobe). Eine Überlebende in Israel hatte auf ihren Abzug „Meine Klasse. Wer hat überlebt???“ geschrieben – Studenten eines LMU-Seminars fanden sie 2023/24 (Leseprobe).

Worum es geht

  • Ausgangspunkt ist ein Foto der dritten Klasse der Jüdischen Volksschule in der Herzog-Rudolf-Straße in München, aufgenommen am 1. Mai 1937: 48 Kinder zwischen acht und neun Jahren mit ihrem Lehrer Ferdinand Kissinger. Aus einem Seminar an der Ludwig-Maximilians-Universität im Wintersemester 2023/24 entstand die Spurensuche; je Student wurden vier bis fünf Namen recherchiert (Jüdische Allgemeine, 2026-09-24).
  • Acht Kinder führen durch das Buch, etwa Hugo Holzmann, Mella Löwy und Sigi Golomb; Quellen sind Memoiren, Tagebücher, Interviews und Akten.
  • Teil I „Leben“ zeigt den Alltag jüdischer Familien in München und die wachsende Ausgrenzung, Teil II „Überleben“ Kindertransport, Emigration nach Palästina, England, USA, Argentinien und in die Türkei, aber auch Deportation, Ghettos und Lager, Teil III „Weiterleben“ den Umgang mit dem Erlebten. Laut Verlag erleben elf der Kinder das Kriegsende nicht.

Reihe & Ausgaben

  • Einzelband. Laut Hugendubel (Stand 2026-11-03) außerdem als E-Book (EPUB, C.H.Beck Digital, ISBN 9783406850660) und als ungekürztes Hörbuch zum Download (ISBN 9783691284195, Sprecher nicht genannt).

Stimmen aus Rezensionen

  • Jüdische Allgemeine (Christiane Laudage, 2026-09-24): Bericht mit Stimmen der Autorinnen; hebt hervor, dass die Kinder nicht als anonyme Opfer oder makellose Helden, sondern als gewöhnliche Kinder gezeigt werden, und dass eine schwarze Seite im Buch für die abgebrochenen Lebenswege steht. Kritik: keine; die Auswahl der Hauptfiguren hing laut Autorinnen auch von der Quellenlage ab.
  • Pressestimmen laut Verlagsmeldung (Originale nicht gelesen): Süddeutsche Zeitung und Kölner Stadt-Anzeiger loben die gründliche Recherche, Bayern 2 nennt das Buch persönlich und eindringlich. Eine Kritik mit Schwächen wurde nicht gefunden (2026-11-03).

Inhaltshinweise

  • Holocaust: Verfolgung, Deportation, Ghettos und Lager, Ermordung von Kindern (Verlagstext); antisemitische Anfeindungen gegen Kinder (Leseprobe).

Das könnte dir auch gefallen

Alle Bücher wie „Klassenfoto 1937“ →
Klassenfoto 1937Bei Amazon