Freiheit

Erinnerungen 1954–2021 von Angela Merkel, Beate Baumann

Die frühere Kanzlerin erzählt ihre „zwei Leben“ – 35 Jahre als Pfarrerstochter und Physikerin in der DDR, 35 Jahre im vereinten Deutschland bis zum Abschied aus dem Amt 2021 – und erklärt, wie ihre großen Entscheidungen zustande kamen.

  • 736 Seiten
  • Tempo: gemächlich
  • Anspruch: mittel

Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783462005134).

Für wen?

Leser von Politikermemoiren und Zeitgeschichte, wer die Ära Merkel (Finanz- und Eurokrise, 2015, Ukraine, Pandemie) aus ihrer Sicht nachlesen will; besonders lohnend für Interessierte am DDR-Alltag.

Wie liest es sich?

Ich-Erzählerin, Präteritum, nüchtern und detailgenau; der Kindheitsteil anekdotisch und persönlich (Waldhof in Templin, Stasi, Abitur-Ärger), der Kanzlerschaftsteil laut Rezensionen sachlich bis spröde. Viele kurze Unterkapitel, die zu thematischen Kapiteln in fünf Teilen gebündelt sind.

Kurzprofil

  • Ähnliche Bücher: Barack Obamas „Ein verheißenes Land“ (umfangreiche Amtszeit-Memoiren), Michelle Obamas „Becoming“ (stärker persönlich).
  • Wissenswert: Laut KiWi-Verlegerin Kerstin Gleba rund 600.000 verkaufte Exemplare in Deutschland bis Weihnachten 2024, dazu Platz 1 in den Niederlanden (t-online, 18.01.2025, nach FAS). Weil Merkels Abiturklasse 1973 beim Schul-Kulturprogramm Morgensterns „Mopsenleben“ vortrug und die Internationale auf Englisch sang, befragte die Stasi die Mitschüler, und die Klasse bekam eine Rüge (Leseprobe).

Worum es geht

  • Ausgangslage: Am Morgen nach dem Mauerfall 1989 hört die 35-jährige Physikerin in der S-Bahn Grenzsoldaten über ihre verlorene „Existenzberechtigung“ reden – und fragt sich, was vom eigenen Leben in der DDR bleiben wird. Dann zurück zu Geburt 1954, Umzug der Familie in die DDR und Kindheit in Templin.
  • Aufbau: Prolog, fünf Teile – „Ich wurde nicht als Kanzlerin geboren“ (bis 1989), „Ein demokratischer Aufbruch“, „Freiheit und Verantwortung“ (Ministerin, Parteivorsitz), „Deutschland dienen“ I und II (u. a. Weltfinanzkrise, Eurokrise, Ukraine/Minsk, 2015, Trump, Klima, Pandemie), Epilog, Bildteil, Personenregister. Belegbasis: eigene Erinnerung, Unterlagen und Beate Baumann als Zeitzeugin; laut Prolog „zutiefst subjektiv“.

Auszeichnungen & Listen

  • Verkauf: rund 600.000 Exemplare bis Weihnachten 2024, etwa 12.000 pro Woche Anfang 2025 (Verlagsangabe nach t-online, 18.01.2025, t-online.de). Verlag wirbt mit „Der internationale Bestseller“ (2026-10-14).

Reihe & Ausgaben

  • Einzelband. Keine Taschenbuchausgabe gefunden (DNB/Verlag, 2026-10-14).

Stimmen aus Rezensionen

  • Navid Kermani, Die Zeit (28.11.2024, laut Perlentaucher perlentaucher.de): reichhaltiger als die meisten Politikermemoiren, der DDR-Teil sehr gelungen; die Kanzlerschaft weniger, Selbstkritik nur im Detail.
  • Stefan Kornelius, Süddeutsche Zeitung (26.11.2024, Perlentaucher): so nüchtern wie Merkels Politik, stellenweise ermüdend und übertrieben detailfreudig, interessant vor allem in den Kapiteln DDR, Ukraine und 2015.
  • Andreas Rödder bzw. Susanne Gaschke, NZZ (30.11./05.12.2024, Perlentaucher): fehlende Selbstkritik, besonders zu Russland, Atomausstieg und Corona; Matthias Koch (FR) lobt dagegen die Selbstreflexion.

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