Rückkehr nach Lemberg
Über die Ursprünge von Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Eine persönliche Geschichte von Philippe Sands
Eine Einladung nach Lemberg führt einen Londoner Völkerrechtler zur verschwiegenen Geschichte seiner im Holocaust ermordeten Familie – und zu zwei Juristen aus derselben Stadt, die die Begriffe „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und „Genozid“ prägten.
- 592 Seiten
- Tempo: gemächlich
- Anspruch: anspruchsvoll
Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783596298884).
Leser von erzählender Zeitgeschichte und Familienrecherche, an Recht, Holocaust und den Nürnberger Prozessen Interessierte.
Laut Rezensionen detektivisch recherchiert, mit Karten und Fotos; verschränkt Familiengeschichte, Biografien und Rechtsgeschichte – packend für die einen, für die SZ zu verwirrend. Ich-Erzähler, viele Zeit- und Ortswechsel.
Kurzprofil
- Ähnliche Bücher: „Der Reisende“ (Andrea Wulf,
der-reisende) – erzählende Biografie über einen Vordenker der Menschenrechte; Sands' „Die Rattenlinie – ein Nazi auf der Flucht“ (nicht in der Datenbank) – weiteres Recherchebuch über NS-Verbrechen. - Wissenswert: Der Autor erhält 2026 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (Bekanntgabe 25.06.2026, Verleihung 11.10.2026 in der Paulskirche, ZDFheute zdfheute.de).
Worum es geht
- Ausgangslage: Sands erhält eine Einladung nach Lemberg (heute Lwiw) und stößt dort auf die verdrängte Geschichte seiner Familie, deren Angehörige im Zweiten Weltkrieg als Juden ermordet wurden.
- Parallel erzählt er die Lebenswege von Hersch Lauterpacht und Raphael Lemkin, die beide in Lemberg studierten und nach den NS-Verbrechen die Rechtsbegriffe für die Nürnberger Prozesse prägten.
Auszeichnungen & Listen
- Baillie Gifford Prize und Wingate Prize 2016, Buch des Jahres bei den British Book Awards 2017 (Perlentaucher, perlentaucher.de, abgerufen 2026-10-14).
- Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2026 an den Autor (25.000 €), siehe oben.
Reihe & Ausgaben
- Einzelband; thematisch verwandt mit Sands' „Die Rattenlinie“ und „Die Verschwundenen von Londres 38“ (beide nicht in der Datenbank).
Stimmen aus Rezensionen
- Notizen bei Perlentaucher (Link oben):
- Die Zeit, Marie Schmidt (01.03.2018): mitreißende Dramaturgie, „ein Buch, das viele Bücher vereint“.
- FAZ, Stephan Wackwitz (02.05.2018): faszinierend, besonders die Rekonstruktion der juristischen Grundlagen der Nürnberger Prozesse.
- NZZ, Judith Leister (29.08.2018): großer Bogen, detektivische Recherche mit Karten und Fotos.
- Süddeutsche Zeitung, Knud von Harbou (12.03.2018): Kritik – Familien- und Zeitgeschichte zu vermischt, ohne klare Konturen; Rechtsfragen unbefriedigend erklärt.
Inhaltshinweise
- Holocaust, Völkermord, Ermordung von Familienangehörigen, NS-Verbrechen (Verlagstext).




